Neubau Fähranleger an der Geestemündung Bremerhaven

Allgemeine Projektdaten
Leistungszeit: 2018 – heute
geplante Fertigstellung: ca. 2021
Leistungen DriveCon GmbH:

Technische Ausrüstung Elektrotechnik

HOAI Lph 2, 3 und 5 – 7

Fakten
Verbindung: Geestemündung – Blexen
Nutzung durch: Fußgänger, Fahrradfahrer, PKW und LKW
Antriebsleistung Hubwinde: 22 kW

Ausgangslage

Um auch in den nächsten Jahren vor Hochwasser bestmöglich geschützt zu sein, wird der Hochwasserschutz im Stadtgebiet von Bremerhaven ertüchtigt. In diesem Zusammenhang muss der Fähranleger der Verbindung Bremerhaven – Blexen verlegt und damit neu errichtet werden.

 

 

Bild vom alten Fähranleger an der Geestemündung Bremerhaven mit geschlossener Schranke

Aufgabenstellung

Der neue Fähranleger ist passend für die zwei vorhandenen Fähren auszulegen und wird von Fußgängern, Radfahrern, PKW und LKW gemeinsam als Zugangsbrücke genutzt. Er besteht aus einem Portal, in dem die Antriebe untergebracht sind, und einem am Festland gelagerten Überbau. Dieser Überbau wird abgesenkt und kommt auf dem freien Ende des Schiffes zum Liegen. Somit muss er die durch die Gezeiten oder Wellengang auftretenden Veränderungen des Wasserstands ausgleichen können. DriveCon übernimmt die Planung der Technischen Ausrüstung Elektrotechnik für den Neubau des Fähranlegers.

 

Fähranleger Geestemündung Bremerhaven von der Fähre aus

Leistungen

Das Anheben und Absenken der Zugangsbrücke des Fähranlegers erfolgt mittels Hubwinde (22 kW). Diese wird von einem Antrieb betätigt, der von einem Frequenzumrichter versorgt wird. Die Ansteuerung der Antriebswinde erfolgt über einen Schaltschrank, der im Portalbalken untergebracht ist. An der Spitze des beweglichen Überbaus wird ein weiterer Outdoor-Schaltschrank zur Unterbringung der Steuerung und gleichzeitig als Bedienstand des Fähranlegers vorgesehen. In diesen Bedienstand wird die vorhandene Funksteuerung der bestehenden Anlage integriert. Somit stehen zwei Bedienmöglichkeiten zur Verfügung – per Funkfernsteuerung oder über Bedientaster am Schaltschrank auf dem Überbau.

 

Die Steuerung der Anlage erfolgt durch ein SPS-Steuerungssystem nach aktuellem Stand der Technik. Zur Vernetzung der Komponenten der Steuerungstechnik kommt das Bussystem ProfiNet zum Einsatz. Um kurzfristige Schwankungen und Ausfälle der Versorgungsspannung überbrücken zu können, wird die SPS-Steuerspannung über kondensatorgepufferte Netzteile realisiert.

 

Der Netzanschlusspunkt ist als Zähleranschlusssäule am Widerlager geplant. Über einen Abgang erfolgt die Versorgung des Fähranlegers inkl. dessen Beleuchtung; über einen zweiten Abgang werden je eine Ampelanlage für Fußgänger, PKW und LKW sowie die elektrisch angetriebene Schrankenanlage, mit der die gesamte Zufahrtsbreite gesichert ist, versorgt. Bis zum entferntesten Verbraucher darf hierbei ein Spannungsfall von maximal 5 % auftreten.

 

Im Rahmen des Auftrags wurden außerdem die Erdung, der Potentialausgleich sowie die Beleuchtung für die Gesamtanlage geplant und eine Kostenberechnung nach DIN 276 durchgeführt.

 

 

 

Alter Fähranleger Geestemündung Bremerhavem mit geschlossener Schranke und Ampelanlage

Herausforderungen und Besonderheiten

Da diese Anlage ein essenzieller Punkt in der Infrastruktur der Hafenstadt ist, muss hier ein besonderes Augenmerk auf die Verfügbarkeit und Wartungsfreundlichkeit der Anlage gelegt werden. Eine möglichst hohe Verfügbarkeit, in Verbindung mit einer robusten Hardware und einer intuitiven Bedienung – auch bei schlechtem Wetter – waren hier die Grundlagen für unsere Planung.

Bisheriger Fähranleger an der Geestemündung Bremerhaven