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Spannungsfall

Der Spannungsverlust zwischen dem Anfang einer Leitung und deren Ende wird als Spannungsfall bezeichnet. Dieser entsteht, da der Leiter selbst einen gewissen ohmschen und induktiven Widerstand hat. Proportional zu diesen fällt eine Spannung ab, die dem Verbraucher nicht mehr zur Verfügung steht. Dieser Widerstand hat zur Folge, dass Energie in Form von Reibungswärme bzw. Blindleistung verloren geht, weil der Strom nicht ungehindert durch das Kabel fließen kann.

 

Wie hoch der Spannungsfall ist, hängt einerseits von der Leitungslänge und andererseits vom Kabelquerschnitt ab: Je länger ein Kabel ist, desto höher wird der Spannungsfall und je größer der Kabelquerschnitt, desto geringer ist der Spannungsfall. Somit muss die maximale Länge eines Stromkabels bei definiertem Querschnitt beachtet werden, wobei der induktive Anteil des Leitungswiderstands z. B. durch Parallelschaltung von mehreren Leitern reduziert werden kann.

 

Kabellänge, Kabelquerschnitt und Kabelanzahl pro Phase müssen daher so berechnet und dimensioniert werden, dass am Ende der Verbindung ausreichend Nennspannung ankommt, um einen Verbraucher zu betreiben. Dabei ist zu beachten, dass eine Erhöhung des Kabelquerschnitts bzw. die Erhöhung der Leiteranzahl Auswirkungen auf den Kurzschlussstrom hat – durch „größere“ und mehrere Kabel, kann mehr Strom fließen, weshalb die Schutzeinrichtungen wie Sicherungen entsprechend anders dimensioniert werden müssen. Darüber hinaus muss der Spannungsfall in Grenzen gehalten werden, um die Betriebsspannung zu garantieren, Spannungsschwankungen zu vermeiden und hohe Verluste zu umgehen.