Die Erdungsanlage – ein unsichtbarer Lebensretter

Vielleicht ist es Ihnen auch schon einmal passiert? Sie schütteln jemandem die Hand oder berühren einen Gegenstand und bekommen „einen gewischt“. Diese leichten Stromschläge sind unangenehm aber unbedenklich. „Echte“ Stromschläge hingegen sind sehr gefährlich und können zu schwerwiegenden Verletzungen führen. Ein verstecktes System schützt vor dieser Gefahr – die Erdungsanlage.

 

Unter „Erdung“ oder „Erdungsanlage“ werden alle Maßnahmen zusammengefasst, die eine Verbindung zwischen einer elektrischen Anlage und dem Boden, auf dem Sie stehen, herstellen. Ob eine Erdungsanlage für Ihr Bauvorhaben notwendig ist, ermitteln wir aufgrund der gesetzlichen und normativen Vorgaben und liefern Ihnen damit eine Entscheidungsgrundlage. Unter Berücksichtigung der örtlichen Voraussetzungen, Ihrer Anforderungen und der bereits vorhandenen Systeme planen wir ein zuverlässiges Erdungssystem und leiten notwendige Maßnahmen ab. Die Erdung kann dabei folgende Zwecke erfüllen:

 

  • Schutz gegen elektrischen Schlag
  • Unterstützung der Wirkung des Schutzpotentialausgleichs
  • Unterstützung der Wirkung des Funktionspotentialausgleichs
  • Erdung des Blitzschutzsystems
  • Potentialsteuerung für das Gebäude

Schutz
vor elektrischem Schlag

Um Stromunfälle zu vermeiden, sorgen wir dafür, dass leitfähige Teile, die berührt werden können, auch im Fehlerfall nicht unter Spannung stehen. Zum Einsatz kommt ein Fehlerschutz, welchen wir durch einen Schutzpotentialausgleich, eine automatische Abschaltung oder eine Schutzerdung umsetzen. Letztere stellt ein Schutzsystem dar, das den Fehlerstrom abführt und somit einen Schaden für Personen oder Tiere durch elektrischen Schlag verhindert. Teil dieses Schutzerdungssystems ist die Haupterdungsschiene. Sie ermöglicht die elektrische Verbindung von mehreren Leitern zu Erdungszwecken, weshalb mit ihr der Schutzpotentialausgleichsleiter, der Erdungsleiter, der Schutzleiter sowie der Funktionserdungsleiter verbunden werden.

 

Schutz durch automatische Abschaltung“ bedeutet, dass elektrische Anlagen innerhalb einer festgelegten Zeit automatisch abschalten müssen, sobald ein Fehlerstrom auftritt. Grundvoraussetzung hierfür ist die fachgerechte Erdung jedes elektrotechnischen Geräts, d. h. das Gerät muss über den Schutzleiter (PE) mit der Erde verbunden sein. Fließt im Fehlerfall Strom über diesen Leiter ab, so erkennt der Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter) innerhalb kürzester Zeit eine Differenz, löst aus und schaltet damit den Strom ab. Eine sehr gut geplante, fehlerfrei ausgeführte und gut gewartete Installation ist daher die Basis für den Schutz gegen einen elektrischen Schlag.

Mitarbeiter am Computerarbeitsplatz bei der Planung einer Erdungsanlage.

Schutz- und
Funktionspotentialausgleich

Durch einen Potentialausgleich erreichen wir, dass der Potentialunterschied (die Spannung) zwischen berührbaren leitfähigen Teilen reduziert wird und somit beide Punkte auf ein annähernd gleiches Potential gebracht werden. Eine elektrische Spannung lässt sich dann nicht mehr messen. 

 

Ist ein „Schutzpotentialausgleich“ vorgesehen, werden alle gleichzeitig berührbaren leitenden Teile nicht nur untereinander, sondern auch mit anderen leitfähigen Teilen im Gebäude (z. B. der Heizung) und mit der Haupterdungsschiene verbunden. Dadurch wird eine Verbindung mit der Erdungsanlage hergestellt und das gesamte System auf ein einheitliches definiertes Niveau, das Erdniveau, gebracht. Dieser Schritt gewährleistet einen vorbeugenden Schutz gegen elektrischen Schlag, indem sämtliche Spannungsunterschiede minimiert werden. Durch die Kombination aus Potentialausgleich und Erdungsanlage entsteht somit ein wirksames Schutzsystem für Ihr Gebäude bzw. Ihre Anlage.

 

Setzen wir einen Potentialausgleich zu einem anderen Zweck als der elektrischen Sicherheit ein, handelt es sich um einen „Funktionspotentialausgleich“. Darauf greifen wir beispielsweise aus Gründen der elektromagnetischen Verträglichkeit, zur Sicherung des einwandfreien und störungsfreien Betriebs oder beim Inneren Blitzschutz zurück. Haben wir im Rahmen der Blitzschutzplanung für ein Gebäude neben dem Inneren Blitzschutz auch einen Äußeren Blitzschutz geplant, so muss im Falle eines Blitzeinschlags der Strom in das Erdreich abgeleitet werden. Damit das funktioniert, wird das Blitzschutzsystem an das Erdungssystem angeschlossen – dabei handelt es sich um eine Funktionserdung.

Projektbesprechung mit einem Plan auf dem Besprechungstisch.

Potentialsteuerung
für Gebäude

Schlägt ein Blitz ein, wird das elektrische Potential der umliegenden Umgebung angehoben, wobei es an der Eintrittsstelle am höchsten ist und dann wie ein Berghang abfällt. Mithilfe einer Potentialsteuerung wird diese Potentialerhöhung in einem bestimmten Bereich einer begehbaren Fläche abgeflacht, wodurch wir das Auftreten gefährlicher Schrittspannungen verhindern. Zur Ableitung bzw. Verteilung der aufgetretenen Ströme planen wir unter anderem Steuererder ein. Diese werden um einen Haupterder herum angebracht und können als Ringerder oder Maschenerder ausgeführt sein.

Erdungsplan

Unser Know-how
für Ihren Schutz

Wie Sie aus den Ausführungen bestimmt erkannt haben, können Erdung, Potentialausgleich und Blitzschutz nicht immer getrennt betrachtet werden, sondern bilden ein komplexes System zum Schutz vor Stromunfällen. Damit die beschriebenen Systeme und Sicherheitsmechanismen greifen, müssen alle Komponenten ausreichend dimensioniert und aufeinander abgestimmt sein.

 

Durch unsere Planung und Berechnung erhalten Sie ein durchdachtes Konzept, das sowohl die örtlichen Besonderheiten als auch die Erfordernisse der Anlagen und Gebäude sowie die einschlägigen Vorschriften berücksichtigt. Von der Materialauswahl, über die Positionierung bis hin zur Verbindung der einzelnen Komponenten untereinander – wir sind Ihr Ansprechpartner mit Erfahrung in der Planung und Berechnung von Erdungs- und Blitzschutzanlagen.

Elektroingenieure bei der Erdungsplanung mit Kabel in der Hand.

Unsere Leistungen im Überblick

  • Planung von Erdungsanlagen gemäß geltender Normen und Vorschriften
  • Berechnung und Dimensionierung von Erdungsanlagen
  • Maßnahmen zum Potentialausgleich
  • Korrosionsschutz
  • Berechnung benötigter Leiter- und Kabelquerschnitte
  • Auswahl geeigneter Materialien
  • Risikomanagement nach DIN EN 62305 Teil 2
  • Blitzschutzplanung
  • Erweiterung und Modernisierung bestehender Anlagen
  • Dokumentation

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