6 Wehre am Main
Ausgangslage
Die sechs Mainwehre Freudenberg, Faulbach, Rothenfels, Steinbach, Harrbach und Erlabrunn liegen entlang des Mains zwischen Aschaffenburg und Würzburg und wurden in den Jahren 1934 bis 1939 in Betrieb genommen. Die dreifeldrigen Wehranlagen verfügen über lichte Feldbreiten von 30 bzw. 35 Metern und bewältigen Stauhöhen zwischen 6,00 und 6,60 Metern. Nach mehr als 85 Jahren Betrieb haben wesentliche Komponenten der Anlagen ihre theoretische Nutzungsdauer überschritten. Insbesondere im Bereich des Stahlwasserbaus treten zunehmend alters- und betriebsbedingte Schäden auf, sodass eine umfassende Grundinstandsetzung der Wehranlagen erforderlich ist.
Eine Besonderheit des Projekts liegt in der gemeinsamen Betrachtung aller sechs Mainwehre innerhalb eines übergeordneten Maßnahmenprogramms. Die Planung der Grundinstandsetzung erfolgt für sämtliche Anlagen weitgehend parallel und verfolgt konsequent das Ziel, möglichst gleichartige und standardisierte technische Lösungen zu entwickeln. Gleichzeitig müssen die individuellen baulichen und technischen Gegebenheiten der einzelnen Wehranlagen berücksichtigt werden. Durch diesen Ansatz sollen Synergien sowohl in der Planung als auch bei der späteren baulichen Umsetzung genutzt und eine wirtschaftliche, nachhaltige und langfristig zuverlässige Modernisierung der wasserbaulichen Anlagen am Main ermöglicht werden.
Aufgabenstellung
Ziel der Grundinstandsetzung der sechs Mainwehre ist es, die Wehranlagen in einen dauerhaft zuverlässigen und betriebssicheren Zustand zu versetzen, der technisch weitgehend einem Neubau entspricht. Hierzu werden die bestehenden Wehrverschlüsse umfassend erneuert. Für die Wehrfelder sind moderne Drucksegmente mit Aufsatzklappe vorgesehen. Eine technische Besonderheit stellt dabei der zweiseitige Antrieb der Wehrverschlüsse über Kettenantriebe mit Getriebe und Kompaktaggregaten dar. Die überwiegende Standardisierung der technischen Lösungen über alle sechs Wehranlagen hinweg bildet dabei eine wesentliche Grundlage für einen wirtschaftlichen und langfristig sicheren Betrieb.
Die Planungsleistungen von DriveCon umfassen die vollständige Elektro-, Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik (EMSR-Technik) der Wehranlagen und berücksichtigen dabei insbesondere die hohen Anforderungen an die Verfügbarkeit während der Bauphase. Hierzu zählt auch die Planung der erforderlichen Provisorien, um den Weiterbetrieb der angrenzenden Schleusenanlagen sowie den temporären Parallelbetrieb von bestehenden und bereits instandgesetzten Wehrfeldern sicherzustellen. Damit wird die Funktionsfähigkeit der Anlagen auch während der schrittweisen Modernisierung und Grundinstandsetzung gewährleistet.
Leistungen
Wir planen die Elektrotechnik, damit die Anlagen sicher betrieben, gesteuert und gewartet werden können. Der Bau der Wehranlagen selbst ist nicht Bestandteil unseres Leistungsumfangs.
- Stromversorgung und Kabelwege
- Provisorien zur Sicherstellung des Betriebs während des Umbaus
- Entwicklung des Steuerungskonzepts
- Blitzschutz- und Erdungsplanung
- Bewertung möglicher Gefahren und Planung der erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen (Risikobeurteilung nach Maschinenverordnung)
- Abstimmung mit dem Bauherrn, den Planern und den ausführenden Firmen
- Unterstützung bei Ausschreibung, Vergabe und Bauphase
Herausforderungen und Besonderheiten
Da die Anlagen annähernd baugleich sind, wird für die Grundinstandsetzung der sechs Wehranlagen eine Vereinheitlichung von Baugruppen und Schnittstellen der technischen Ausrüstung (Gleichteilekonzept) als besondere Herausforderung angestrebt.
Die Wehre bleiben während der Sanierung teilweise in Betrieb. Unsere Planung muss deshalb Bauablauf, Betriebssicherheit und spätere Wartung in Einklang bringen.